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Mit dem 30.Januar 1933, dem Tag der Machtübernahme Hitlers, begann auch in Leipzig der massive Kampf gegen Andersdenkende. Unmittelbar nach der Machtergreifung Hitlers rief die KPD zum Generalstreik auf, leider vergeblich. So wurde bereits am 08.02.1933 das Franz-Mehring-Haus, der ehemalige Sitz der KPD, von den Nationalsozialisten durchsucht. Am 15.02.1933 fand der erste Propagandamarsch der NSDAP in Leipzig statt. Bei den Bezirkswahlen bekamen am 13.02.1933 die SPD mit 10 Mandaten und die KPD mit 8 Mandaten gegenüber der NSDAP mit 4 von insgesamt 31 Mandaten die Mehrheit der Stimmen. Schon aus diesem Ereignis wird deutlich, dass es die Nationalsozialisten schwer hatten, in Leipzig Boden zu gewinnen. Die Anhänger der Nationalsozialisten wurden öfter von Arbeitern angegriffen. Am 19.02.1933 kam es zu einer ersten großen Demonstration von Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaften. Jungkommunisten und Jungsozialisten gegen die Regierung. Als Reaktion darauf wurden ab dem 22. Februar 1933 alle KPD-Veranstaltungen verboten. Am 23.02.1933 wurde in Leipzig-Plagwitz der Sozialdemokrat Walter Heinze ermordet.
Seit dem Reichstagsbrand am 27.02.1933 fand Hitler Möglichkeiten, die demokratischen Freiheiten einzuschränken. Am 28.02.1933 wurden die politischen Grundrechte verabschiedet. In Notsituationen konnten somit die Grundrechte durch den Reichskanzler außer Kraft gesetzt werden. Der Prozeß zum Reichstagsbrand begann am 21.09.1933 in Leipzig. Leipzig war für die Zeit dieses Prozesses im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Der Angeklagte Georgi Dimitroff konnte auf spektakuläre Art seine Unschuld beweisen. Nach fast einem Vierteljahr zermürbenden Prozesses wurde Georgi Dimitroff im Dezember1933 freigesprochen.
Bereits im März 1933 erfolgte in Leipzig eine große Verhaftungswelle, bei der vorwiegend Kommunisten ins Polizeigefängnis oder in die Folteranstalten der SA-Quartiere gebracht wurden. In den darauf folgenden Tagen folgten Hausdurchsuchungen, Großrazzien und weitere Verhaftungen, unter ihnen wahren die führenden Köpfe der KPD. Die sozialdemokratische “Leipziger Volkszeitung” wurde am 03.03.1933 mit einem Veröffentlichungsverbot belegt.
Nicht nur in Leipzig, sondern in ganz Sachsen wurden Betriebswahlen verboten. Trotzdem erreichte die NSDAP am 05.März 1933 nicht die angestrebte Mehrheit. Sie erhielt zwar 189.000 Stimmen und das machte etwa 37% der Gesamtstimmen aus. Durch einen Zusammenschluß von SPD (157000 Stimmen und 31,7%) und KPD (92000 Stimmen und 18,8%) konnte ein nationalsozialistisches Stadtparlament in Leipzig nicht zustande kommen.
Am 01. und 02. April 1933 wurden bei einem Judenboykott jüdische Betriebe beschmiert und blockiert. Ihre Inhaber und auch Kunden wurden massiv bedroht. Es dauerte danach nicht lange und die ersten jüdischen Beamten mussten ihre Arbeitsposten aufgeben. Auch die Händler am Brühl waren betroffen, obwohl sie durch die verschiedenen Pelze weltweit bekannt waren.
Seit April 1933 war Carl Goerdeler Oberbürgermeister von Leipzig. Seine anfänglich gute Zusammenarbeit mit der NSDAP hielt nicht lange an. Am 22.06.1933 erhielt neben der KPD auch die SPD ein offizielles Parteiverbot. 1934 wurde in der Stadt Leipzig das “Amt für Rassenkunde und Erbgesundheitspflege” eingerichtet. In diesem Amt mussten alle Bürger Leipzigs nachweisen, dass sie “arische” Vorfahren hatten. Im Jahr 1935 veröffentlichten die Nationalsozialisten eine Liste, auf der alle “nicht arischen” Ärzte verzeichnet waren. jeder einzelne betroiffene Arzt bekam in der Folge entweder den Vermerk “nicht zugelassen” oder “noch zugelassen”. Im gleichen Jahr noch vor den Nürnberger Gesetzen, erhielten die Juden in Leipzig Bibliotheksverbote. Außerdem wurden die Juden aus Hallen- und Freibädern ausgeschlossen und durften am kulturellen Leben Leipzigs nicht teilnehmen. Im Sommer 1936 wurde Goerdelers Amtszeit auf weitere 12 Jahre verlängert. Als aber während seiner Finnlandreise das Mendelssohn-Denkmal (er war Jude) entfernt wurde, nahm Goerdeler das als Anlass zum Rücktritt als Oberbürgermeister am 01. April 1937.
Auch die Universität Leipzig musste einige Lehrkräfte entlassen, obwohl sie sich von Anfang an offiziell für die NS-Politik aussprach. So wurden bei einer “Säuberung” rund 30 Professuren entlassen. Auch einige Studenten mussten die Hochschule verlassen oder wurden von den Lehrveranstaltungen ausgeschlossen.
Leipzigs Theater- und Opernschaffende mussten die Inhalte ihrer Werke der NS-Politik anpassen. Eine Polizeibehörde kontrollierte regelmäßig die Aufführungen. Am 20.08.1937 wurden von SA-Männern über 350 Werke aus der Akademie der Künste beschlagnahmt. Im Jahr 1938 folgte eine Ausstellung über “entartete Kunst” im Grassimuseum. Viele Leipziger empfanden diese Ausstellung als ein Abschiednehmen von der Weltkultur.
In der Reichskristallnacht, der Nacht vom 09. zum 10. November 1938 wurden in Leipzig unter anderem Synagogen in der Gottschedstraße und in Apels Garten niedergebrannt. Betroffen war auch die Kapellhalle des jüdischen Friedhofs. Am 03. und 04. Dezember 1938 erfolgten die ersten Bombenangriffe auf die Stadt Leipzig.
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